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Am 02. November 1936 kam Jes Petersen in Trögelsby bei Flensburg zur Welt.

Er war ein unkompliziertes, naturliebendes Kind, das gern Tiere fotografierte und früh einen Hang zur Poesie entdeckte.

Bereits als Neunjähriger schrieb er Gedichte und kaum elf, gründete er seinen eigenen handgeschriebenen Verlag.

Der Beweis, den ich kürzlich in Händen hielt, liegt jetzt im Archiv der Akademie der Künste. Dass seine Familie wohlhabend

war, ist bekannt, dass sie bescheiden und warmherzig sein musste, ist gewiss. Dafür spricht seine herzliche, großmütige Art,

mit der er sich die selbstverständliche Gelassenheit des Landadels ohne einen Hauch von Hochmut bewahrt hatte.

 

1955, kurz nach dem Abitur, verschwand Jes nach Paris. Nach einigen tollen Monaten kehrte er heim, machte ein Praktikum

auf dem Land und besuchte anschließend die Höhere Landbauschule in Schleswig. Hier wurde ihm endgültig klar, dass er für

ein anderes Leben geschaffen war.  Als Kunst - Jünger scherte er sich nicht länger um Kunstdünger und beschloss in

Hamburg eine Galerie zu eröffnen. Das zerschlug sich, doch die Leidenschaft hatte sich manifestiert.

 

1962 gründete Jes die Petersen Press in Glücksburg. Als erstes verlegte er "Sprechspäne" von Raoul Hausmann, danach

"Das Liebeskonzil" von Oskar Panizza, das sofort konfisziert wurde und ihn wegen Vertreibung pornographischer Schriften

in die Schlagzeilen brachte.

Ohnehin mit dem Elternhaus zerstritten, rückte er nach dieser Aktion verteufelt nah an die Armutsgrenze.

Inzwischen war er seiner großen Liebe Ilona begegnet. Sie heirateten und zogen 1963 nach Berlin. Jes, der bereits in Glücksburg

schriftlichen Kontakt mit Manzoni, Franz Jung und  Raoul Hausmann pflegte, kannte auch in Berlin keine Berührungsängste

und war bald mit  Erich Buchholz, Fritz Köthe, H C Artmann, Arnulf Rainer so wie mit dem Großteil des Berliner Kultur und Politlebens

befreundet.

Valeska Gert, an deren Seite seine Frau Ilona sieben Jahre im Ziegenstall (Kampen) getanzt hatte, bot er seine Hilfe bei ihren

Memoiren an. Sie einigten sich auf einen Partnervertrag , den er, nachdem er ein Jahr voller Launen ertragen hatte, völlig frustriert

beendete. Er war nicht nachtragend, denn einige Zeit später arbeiteten er und Ilona in Valeskas Club in Kampen.

Nach dieser Phase wurde, mit längerem Aufenthalt in Paris und Mexiko, die Welt bereist.

Etwa zeitgleich begeisterte sich Jes für die "unbekannten Seiten der Erde". Wie sehr ihn der Teufelskult faszinierte und wie

oft er an Schwarzen Messen teilnahm, ist mir nicht bekannt. Dass sein Wissensdrang riesig war, belegen die zahlreichen

Werke über Satanismus in seiner enormen Bibliothek. Die Tatsache, dass er 1987 Aleister Crowley verlegte, spricht ebenfalls

für ein ernstes Interesse an der Materie, trotzdem ist gesichert, dass er nie das Rotweinglas gegen den Blutkelch

eingetauscht hätte.

 

1965 wurde Jes engster Mitarbeiter von Friedrich Schröder Sonnenstern, mit dem ihn, trotz des immensen Altersunterschieds,

eine tiefe Freundschaft verband.

 

Fortsetzung folgt

H.T.
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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